Der Seitensprung

Die Psychologie des Seitensprungs


Auch wenn wir es nicht gerne hören:


Seitensprünge stellen in Beziehungen eher die Regel als die Ausnahme dar. Treue auf ewig scheint ein Traum zu sein, der für die meisten nicht in Erfüllung geht – falls sie ihn überhaupt hegen. An der Georg-August-Universität in Göttingen wurden nun die Motivationen und Empfindungen von Menschen, die ihren Partner betrogen haben, und jenen, die hintergangen wurden, erforscht. Merkwürdig mutet es an, dass eine große Anzahl der Fremdgeher angibt, sehr großen Wert auf Treue innerhalb einer Beziehung zu legen. Scheinbar hindert sie das jedoch nicht an einem Seitensprung. Möglicherweise haben sie hierbei jedoch auch nicht ihre eigene Treue im Sinn, sondern die ihres Partners. Achtzig Prozent gaben an, ihre Frau oder ihren Mann sehr zu lieben – auch dies offensichtlich kein Hindernisgrund für ein außereheliches Abenteuer. Das viel zitierte „verflixte siebente Jahr“ scheint übrigens eine Erfindung Hollywoods zu sein. In Beziehungen kriselt es meist schon viel früher. Die Bereitschaft für Seitensprünge steigt schon im dritten Jahr. Fünfzig Prozent der Betrogenen hegten längst einen Verdacht, bevor sie vom Fremdgehen ihres Partners explizit erfuhren. Somit kann man davon ausgehen, dass Paare bereits spüren, dass irgendetwas in der Beziehung nicht mehr stimmt – und keinen Weg finden, die Probleme anzusprechen und miteinander zu lösen. Schade eigentlich.

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