Viagra

Die zweite Pille, die die Welt veränderte:

Zum 5-jährigen Jubiläum der Potenzpille Viagra werfen wir einen kurzen Blick auf die bisherige (Erfolgs-)Geschichte.
Seit der Anti-Baby-Pille vor gut vier Jahrzehnten hat sich kein anderes Medikament so schnell durchgesetzt wie Viagra, die erste Pille gegen männliche Impotenz. Fünf Jahre nach ihrer Zulassung in den USA am 27. März ist die kleine blaue Pille in 119 Ländern zu haben. Nach Angaben ihres Herstellers, Pfizer in New York, wurden seitdem eine Milliarde Viagra-Pillen verkauft - an 20 Millionen Männer weltweit.

Nach Vakuumpumpen und Injektionen in das Glied war Viagra das erste Mittel, das Erektionsstörungen schmerzlos, unkompliziert und ohne größere Nebenwirkungen behandeln konnte. Kein Wunder, dass immer mehr Männer Hilfe suchen. Pfizer zufolge bescheinigen Ärzte heute doppelt so vielen Patienten Probleme beim Sex wie vor Viagra.

In Deutschland wurde Viagra ebenfalls noch 1998 als Wundermittel für gewisse Beziehungsprobleme gefeiert. Der Urologe und Sexualtherapeut Axel-Jürg Potempa (München) würdigte Viagra in der «Ärztezeitung» als «potente Möglichkeit, Männern mit psychogen verursachter Impotenz zu helfen, aus dem Teufelskreis der Versagungsängste auszubrechen.» In etlichen klinischen Studien half Viagra mehr als 70 Prozent aller betroffenen Männer. Nur wenige beklagten sich über Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen und Übelkeit.

Der Wirkstoff Sildenafil beeinflusst das Enzym Phosphodiesterase Typ 5 (PDE 5), das den Blutfluss in den Penis erhöht. PDE 5 spielt damit eine wichtige Rolle bei der Erektion. Für jene, die die blaue Pille nicht vertragen können, gibt es inzwischen auch alternative Mittel, die etwa den Botenstoffwechsel im Gehirn beeinflussen.

Mit Viagra haben Studien zufolge mehr als die Hälfte der Männer innerhalb von 20 Minuten erfolgreich Sex. Bei einem Drittel glückt die Erektion durch den PDF-5-Hemmer Sildenafil bereits nach 14 Minuten. Dagegen gelang es nur jedem fünften Teilnehmer, mit einem wirkungslosen Placebo zum gleichen Ergebnis zu kommen. Eine andere Studie verhieß Hoffnung, dass Männer mit Viagra auf Dauer wieder potent werden können.

Allerdings kann die Liebeslust mit Viagra auch Wermutstropfen mit sich bringen. Sechs bis achtzehn Prozent der Männer leiden unter Kopfschmerzen und Hitzewallungen. Etwa drei Prozent haben «Sehstörungen mit einem blauen Schleier». Ausgeschlossen von Viagra sind Patienten mit Herzproblemen, die Nitrate gegen beklemmende Schmerzen in der Brust einnehmen. Bei gleichzeitiger Einnahme von Sildenafil und Nitraten kann der Blutdruck plötzlich so stark sinken, dass für den Patienten Lebensgefahr besteht.

Inzwischen steht fest, dass Viagra auch Patienten mit Diabetes und sogar Querschnittslähmungen gefahrlos zur Erektion verhelfen kann. Der Wirkstoff Sildenafil lässt sich nach Angaben des Experten Stephan Rosenkranz von der Universitätsklinik Köln auch gut mit Mitteln gegen Bluthochdruck kombinieren. Bei Patienten, die einen Kalziumantagonisten gegen ihren Hochdruck einnehmen mussten, stellten die Ärzte nach der Einnahme von Viagra einen zusätzlichen blutdrucksenkenden Effekt fest.

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