Atemreduktion

Atemreduktion, auch Atemkontrolle oder Breath Control genannt, bezeichnet eine Sexualpraktik im BDSM-Bereich. Dabei erschwert bzw. unterbricht der Top, das ist der aktive Part, während eines Spiels die Atmung des Bottoms.

Eine Atemreduktion können Sie vielfältig umsetzen:
Die harmloseste Form ist der Befehl an den Bottom, das Atmen zu unterlassen. Da der Spielpartner die Kontrolle über seinen Körper beibehält, kann er notfalls das Atmen von selbst wieder fortsetzen.

Eine bereits etwas risikoreichere Variante ist das Zuhalten von Mund und Nase. Dabei können Sie dem Bottom das Atmen, je nachdem, wie fest Sie zudrücken, erschweren bis nahezu unmöglich machen. Bei hartem Sex kommt gerne das Würgen, also das Zudrücken der Kehle, zum Einsatz. Durch das Abdrücken der Halsschlagader wird die Blutzufuhr ins Gehirn stark eingeschränkt.

Für die Atemreduktion bieten sich auch Hilfsmittel an. Das kann ein alltäglicher Gegenstand (zum Beispiel eine um den Kopf gewickelte Frischhaltefolie) oder professionelles Equipment (Gas- oder Latexmaske) sein. Knebel behindern die Atmung zusätzlich. Als indirekte Form der Atemreduktion eignen sich Fesselungen. Je nach Fesselung und Position des Bottoms können Sie seine Bewegungs- und damit seine Atmungsfähigkeit beeinflussen.

Die Motivationen für Breath Control-Spiele sind vielfältig:
Die Atmung ist die Grundvoraussetzung zum Leben. Dem Partner die Kontrolle darüber abzugeben, wird oft als intensive Form der Hingabe und als Vertrauensbeweis verstanden. Einige Tops wenden die Atemreduktion als Machtdemonstration gegenüber dem Bottom an. In diesen Fällen dient sie gern zur Bestrafung des Untergebenen. In anderen Fällen steht die Unterversorgung mit Sauerstoff im Gehirn im Vordergrund, um rauschähnliche Zustände hervorzurufen.

Egal, weshalb Sie sich für das Spiel mit der Atmung entscheiden, wichtig ist, dass Sie anatomische Kenntnisse besitzen. Seien Sie sich des grundsätzlichen Risikos dieser Praktiken bewusst. Hilfsmittel, wie Seile, Masken oder Plastik, sollten Sie leicht entfernen können. Eine Schere in griffbereiter Nähe leistet hier gute Dienste. Erste-Hilfe-Kenntnisse sind angebracht. Auch sollten Sie über eventuelle Krankheiten des Bottoms (zum Beispiel Kreislaufprobleme, Asthma, COPD) im Vorfeld Bescheid wissen.