Amenorrhö

Mit dem lateinischen Begriff Amenorrhö wird das Ausbleiben der Menstruationsblutung bezeichnet. Während der ca. 30 bis 40 Jahre dauernden Lebensphase in der eine Frau Kinder bekommen kann, hat sie durchschnittlich alle 28 Tage eine Regelblutung. Die monatliche Blutung zeigt, dass es im vorangegangenen Zeitraum nicht zum Einnisten eines befruchteten Eis gekommen ist. Es liegt keine Schwangerschaft vor. Die zur Aufnahme es befruchteten Eis in der Gebärmutter gebildete Schleimhaut löst sich ab und wird mit Blut durch Gebärmutterhals und Vagina ausgespült.

Amenorrhö, das Ausbleiben der Menstruation ist bei einer Frau im gebärfähigen Alter ein Anzeichen für das Vorliegen einer Schwangerschaft. Zu Beginn der Pubertät kann es auch zu Amenorrhö kommen, weil der Körper einige Zeit brauchen kann, um sich auf die neuen Hormonverhältnisse einzustellen. Am Ende der fruchtbaren Lebensphase, signalisiert das Ausbleiben der Menses den Beginn der Wechseljahre. Es gibt jedoch auch viele andere Gründe, für das Aussetzen der Regelblutung

So kann eine Amenorrhö bei extremen Diäten entstehen, wenn das Körpergewicht unter eine kritische Grenze sinkt. Frauen, die unter Magersucht leiden, haben oft keine Monatsblutung mehr. Steigt das Körpergewicht durch eine Therapie wieder an, setzt auch die Menarche wieder ein. Auch bei Profi-Sportlerinnen kann es zu Amenorrhö kommen. Entweder weil für bestimmte Sportarten ein besonders niedriges Körpergewicht wünschenswert ist, oder auch als Folge der Einnahme leistungssteigernder Mittel. In jedem Fall ist das Ausbleiben der Menstruation in den fruchtbaren Lebensjahren der Frau ein Symptom, das auf eine gesundheitliche Störung hinweist. Ein Arztbesuch sollte die Ursache für diese Störung klären.

Eine Amenorrhö kann auch durch die Gabe von Hormonen, wie sie z. B. in der Pille vorhanden sind, ausgelöst werden. Normalerweise werden die Hormone so dosiert, dass am Ende des Zyklus eine Blutung zustande kommt, um die Gebärmutterschleimhaut abzubauen und auszuspülen. Es ist möglich, mit der durchgehenden Einnahme von Hormonen eine Amenorrhö zu erzeugen, wenn z. B. bei Sportlerinnen ein wichtiger Wettkampf bevor steht oder weil eine Frau den Urlaub ohne Monatsblutung genießen möchte. In jedem Fall sollte ein durch Hormongabe verursachtes Ausbleiben der Menstruation durch einen Arzt überwacht werden.